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Prostataaterienembolisation (PAE)

Die Prostataarterien-Embolisation (PAE) stellt ein innovatives, minimal-invasives, schonendes und nicht operatives Verfahren zur Therapie der benignen Prostatahyperplasie (BPH) dar, das ohne Narkose durchgeführt werden kann. Die ersten Studienergebnisse zu diesem Verfahren sind vielversprechend, Langzeiterfahrungen sind allerdings bisher noch begrenzt. Bei der PAE handelt es sich um eine neuartige Anwendung der Arterien-Embolisation, die bereits seit mehreren Jahrzehnten erfolgreich in anderen Organsystemen, wie bspw. der Leber,  zum Einsatz kommt.

Wie funktioniert die PAE?

Über die Leiste wird ein Gefäß punktiert, um einen sehr kleinen Katheter einzuführen. Zur Embolisation werden mikroskopische Kügelchen über den Mikrokatheter direkt in die prostataversorgende Arterie gespritzt. Dadurch wird die Blutversorgung der Prostata reduziert und eine Schrumpfung des Organs verursacht wird.

Für wen ist die PAE geeignet?

Für Patienten:

  • mit einer relativ großen Prostata
  • mit vielen Begleiterkrankungen sowie Blutverdünnern
  • welche ein hohes Narkoserisiko haben

Wie sind die Ergebnisse nach der PAE?

Die funktionellen Ergebnisse scheinen für ein minimal-invasives Verfahren vielversprechend zu sein. Die Beschwerden, gemessen am IPSS Score, reduzierte sich um 9 Punkte und der Harnstrahl, gemessen am Qmax, verbesserte sich um 5 ml/s (2). Da die Prostata sich jedoch langsam umbaut, sind die ersten Ergebnisse jedoch erst nach ca. 6 Wochen sichtbar. Die volle Wirkung besteht nach 12 Wochen.

 

Für welche Patienten ist eine PAE nicht geeignet?

Patienten mit den folgenden Befunden müssen von der Embolisationstherapie ausgeschlossen werden

  •     Ausgeprägte Arteriosklerose
  •     Neurogene Blasenentleerungsstörung
  •     Niereninsuffizienz mit einer GFR < 60 ml/min
  •     Kontraindikationen für ein MRT
  •     Divertikel der Blase

Welche Komplikationen gibt es bei der PAE?

Insgesamt sind die Risiken bei der PAE überschaubar. Unter 662 untersuchten Patienten, hatten 32,9% eine Komplikation. Diese war zu 99% allerdings mild (1,2). Folgende Komplikationen können auftreten:

  • Harnwegsinfekte
  • Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang
  • Harnverhalt
  • Blutbeimengungen im Urin
  • Etwas Blut im Stuhl
  • Bluterguss in der Leiste
  • Störungen der Ejakulation (56%)
  • Post-PAE-Syndrom (Fieber, Unwohlsein)
  • sehr selten: Blasenischämie

Im Gegensatz zur früheren Annahme, dass die PAE zur keiner Störung der Sexualfunktion führt, zeigte sich in der Arbeit von Müllhaupt et al. 2019 bei 40% der Patienten eine Abnahme der Samenflüssigkeit. Bei 16% der Patienten trat kein Samenerguss bei dem Orgasmus mehr auf.


Literatur

1. Uflacker A, Haskal ZJ, Bilhim T, Patrie J, Huber T, Pisco JM. Meta-Analysis of Prostatic Artery Embolization for Benign Prostatic Hyperplasia. J Vasc Interv Radiol. 2016. doi:10.1016/j.jvir.2016.08.004
2. Abt D, Hechelhammer L, Müllhaupt G, et al. Comparison of prostatic artery embolisation (PAE) versus transurethral resection of the prostate (TURP) for benign prostatic hyperplasia: Randomised, open label, non-inferiority trial. BMJ. 2018. doi:10.1136/bmj.k2338
3. Müllhaupt G, Hechelhammer L, Diener PA, Engeler DS, Güsewell S, Schmid HP, Mordasini L, Abt D. Ejaculatory disorders after prostatic artery embolization: a reassessment of two prospective clinical trials. World J Urol. 2019 Dec 7.