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Das benigne Prostatasyndrom

Kann ich durch Verhaltensänderung meine Beschwerden beim Wasserlassen lindern?

Sprechen Sie bitte mit Ihrer Urologin/Urologen über die bei Ihnen vorliegenden Beschwerden beim Wasserlassen, um den Schweregrad festzustellen und die Prostata zu untersuchen. Bei geringen oder milden Beschwerden können Veränderungen im Verhalten Ihre Miktionsbeschwerden lindern.

 

  • Reduzieren Sie Ihre Trinkmenge z.B. vor dem ins Bett gehen, wenn Sie vor allem Nachts häufig auf die Toilette müssen. Bitte beachten Sie, dass eine Trinkmenge von 1,5l pro Tag nicht unterschritten werden sollte.
  • Verzichten Sie oder verringern Sie die Menge an Koffein und Alkohol, da diese die Urinmenge erhöhen und damit Ihre Beschwerden.
  • Überprüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Hausarzt und Urologen Ihre Medikamente
  • Trotz Veränderungen im Verhalten, können sich die Beschwerden des Wasserlassens weiter verschlechtern und eine fortführende Behandlung wird notwendig.

Phytotherapie – Pflanzenextrakte

Pflanzliche Arzneimittel wie Extrakte aus Sägepalmfrüchten, Brennnesselwurzeln, Kürbissamen, Roggenpollen sowie Phytosterol-haltige Präparate werden bei einer gutartige Prostatavergrößerung und dem benignen Prostatasyndrom zu einer Linderung der Beschwerden beim Wasserlassen eingesetzt. Die genaue Wirkweise der Präparate im Körper ist nicht klar. Die Präparate werden bei milden Beschwerden verabreicht und haben nur geringe Nebenwirkungen. Ein Therapieversuch sollte mit einem Urologen besprochen werden. Sowohl die deutsche als auch die europäische Leitlinie gibt aufgrund der nicht vorhandenen Studien sowie der zum Teil deutlichen Unterschiede in der Zusammensetzung der pflanzlichen Arzneimittel keine Empfehlung zum Einsatz dieser Medikamente.

 

Nebenwirkungen: Beschwerden des Magen-Darm-Trakts

5α-Reduktase-Inhibitoren (Präparate: Finasterid, Dustarerid)

5α-Reduktase-Inhibitoren führen zu einer Verkleinerung der Prostata, verbessern damit die Miktionsbeschwerden bei Männern mit milden bis starken Beschwerden und können die Notwendigkeit einer Operation verzögern. Die Medikamente wirken allerdings nicht sofort und müssen um die Wirkung zu erreichen mindestens 6-12 Monate eingenommen werden. Die Prostata verkleinert sich um ca. 18-28% und auch der PSA Wert verringert sich um ca. 50%. Der verringerte PSA Wert stellt aber nur eine „Labor-Kosmetik“ dar und dies muss bei der Prostatakrebs-Vorsorge mit berücksichtigt werden.

 

Nebenwirkungen: Sexuelle Funktionsstörungen mit Störung des Samenergusses und Impotenz, Psychische Erkankungen (Verminderte Libido, Depression, Angst). Post-Finasterid-Syndrom. Nebenwirkungen können auch nach Absetzten des Medikaments fortbestehen.

Phosphodiesterase 5 Inhibitoren (Präparate: Sildenafil, Vardenafil, Tadalafil)

Phosphodiesterase 5 Inhibitoren sind Medikamente, die klassischerweise bei einer Störung der Gliedsteife verabreicht werden. Das Präparat Tadalafil ist in der Dosierung von 5mg auch zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung zugelassen. Hierbei bessern sich die Beschwerden beim Wasserlassen. Der Harnstrahl selbst wird durch das Medikament jedoch nicht kräftiger. Als Nebeneffekt verbessert sich auch die Erektion. Die Langzeitwirkungen auf die gutartige Prostatavergrößerung und einen Einfluss eine notwendige Operation zu vermeiden sind noch nicht bekannt. Eine Übernahme der Kosten muss mit der Krankenkasse abgestimmt werden.

 

Nebenwirkungen: Gesichtsröte, Sodbrennen, Kopfschmerzen. Das Medikament darf nicht bei Männern mit Herzerkrankungen verordnet werden

Beta-3 Agonist (Präparat: Mirabegron)

Wie auch die Muskarinrezeptor-Antagonisten wirkt Mirabegron auf den Blasenmuskel mit einer Verringerung der Häufigkeit des Wasserlassens. Beta-3Agonisten sind eine Alternative zu Muskarinrezeptor-Antagonisten bei Männern mit überaktiver Blase. Insbesondere bei Männern >65 Jahre kommt es zu weniger Nebenwirkungen als bei der Einnahme von Muskarinrezeptor-Antagonisten. Auch hier muss das Auftreten von Restharn kontrolliert werden.

 

Nebenwirkunen: Keine Gabe bei nicht eingestelltem erhöhtem Blutdruck oder eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion, Harnverhaltung und Restharnbildung, Harnwegsinfektionen, Kopfschmerzen, Schwindel, Tachykardie

Alpha-Blocker (Präparate: Alfuzosin, Doxazosin, Tamsulosin, Terazosin)

Ein Alpha-Blocker ist häufig das erste Medikament, welches beim Benignen Prostata Syndrom mit milden bis schweren Symptomen verabreicht wird. Die verschiedenen Präparate sind in Ihrer Wirkung ähnlich effektiv. Durch die tägliche Einnahme werden Beschwerden bei der Häufigkeit des Wasserlassens als auch beim Wasserlassen selbst verbessert. Bei täglicher Einnahme tritt die Wirkung in aller Regel nach ein paar Wochen ein. Die Verbesserung kann bis zu 4 Jahre anhalten, bevor die Beschwerden erneut zunehmen.

 

Nebenwirkungen: Absenken des Blutdrucks mit Auftreten von Schwindel, retrograde Ejakulation mit Verlust des Samenergusses, bei Patienten mit Katarakt oder Glaukom  sollten die Präparate nicht verabreicht werden.

Kombination von Alpha-Blockern mit 5α-Reduktase-Inhibitoren (Präparat: Duodart)

Aufgrund der bereits nach wenigen Wochen einsetzenden Wirkung von Alpha-Blockern und der langfristigen Verkleinerung der Prostata durch 5α-Reduktase-Inhibitoren, werden diese Medikamente häufig auch in einer Kombination verordnet. Insbesondere bei Männer mit einem Risiko der weiteren Verschlechterung (starke Beschwerden und große Prostata) konnte in Studien gezeigt werden, dass das Voranschreiten der Erkrankung verzögert werden kann. Eine Einnahme von mindestens 12 Monaten ist hierfür notwendig.

 

Die Nebenwirkungen ergeben sich aus den einzelnen Präparaten.

Muskarinrezeptor-Antagonisten (Präparate: Trospium, Darifenacin, Fesoterodin, Flavoxat, Oxybutynin, Solifenacin, Tolterodin)

Muskarinrezeptor-Antagonisten wirken am Blasenmuskel hemmend und führen zu einem reduzierten Harndrang. Sie werden bei Männern eingesetzt, bei denen die Häufigkeit des Wasserlassens eine der Hauptbeschwerden darstellt. Die Möglichkeit der Medikamenteneinnahme muss bei Restharnbildung kritisch geprüft werden. Eine zu starke Hemmung des Blasenmuskels kann zu einer Harnerhaltung führen. Insbesondere bei älteren Männern kann es zu Medikamenten-Interaktionen und damit zum Auftreten von Nebenwirkungen kommen.

 

Nebenwirkungen: Nebenwirkungen des Magen-Darm-Trakts (Mundtrockenheit, Verstopfung), Restharnbildung und Harnverhaltung, Tachykardie, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Vorsichtige Gabe bei schlechter Nierenfunktion, Keine Gabe bei unbehandeltem Glaukom oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen